Marvin Ad
Hundebesitzer
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Durch Impfungen und neue Behandlungsmethoden lassen sich viele bakterielle und virale Krankheiten wirksam bekämpfen. Tierärzte sehen dafür heute immer häufiger Hunde, die unter genetisch bedingten Krankheiten leiden. Eine genetisch bedingte Krankheit ist die Folge einer Veränderung im Genom, also den Erbanlagen. Genetisch bedingte Krankheiten werden von einem oder beiden Elternteilen an die Nachkommen weitergegeben und kommen bei reinrassigen Hunden recht häufig vor. Ungefähr 480 genetische Erkrankungen sind beim Hund bis jetzt beschrieben worden. Während eine bestimmte Erbkrankheit beim Menschen selten mehr als 0,1% der Bevölkerung betrifft, gibt es beim Hund Erbkrankheiten, die zwischen 10% und 50% der Tiere in den jeweiligen Rassen betreffen. Es besteht daher ein dringender Bedarf nach Strategien, die Häufigkeit von Erbkrankheiten bei Hunden zu senken und im LUPA Projekt sollen solche Strategien entwickelt werden.
Inherited Disease in dogs - Cambridge University Canine Inherited Disorders Database
Wie können Erbkrankheiten verhindert werden
Die Häufigkeit von Erbkrankheiten kann durch gezielte Zuchtprogramme gesenkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen folgende Falcten bekannt sein:
· Wie wird die Krankheit vererbt (den Erbgang)? Für viele Krankheiten, von denen man vermutet, dass sie erblich sind, ist der Erbgang unbekannt. Rassen, in denen eine Krankheit häufiger als in anderen Rassen auftritt, weisen eine Rasse-Prädisposition auf.
· Wie kann man die Erbkrankheit so früh wie möglich diagnostizieren?
· Wie kann man Anlageträger der Erbkrankheit, die selbst nicht erkrankt sind, erkennen? Gentests (DNA-Tests) sind hervorragende Werkzeuge, weil sie früh im Leben eines Tiers eingesetzt werden können (unmittelbar nach der Geburt) und weil sie ein eindeutige Diagnose der Anlageträger erlauben. In gezielten Zuchtprogrammen wird man möglichst nicht mit erkrankten Tieren züchten.
Was ist ein Gen, eine Mutation und ein DNA-Test?
DNA ist ein grosses fadenförmiges Molekül, welches aus vier Grundbausteinen aufgebaut ist. Die vier DNA-Bausteine können durch vier Buchstaben symbolisiert werden und unsere Chromosomen bestehen somit aus sehr langen Ketten dieser vier Buchstaben. Gene können als lange Wörter aus diesen Buchstaben aufgefasst werden. Die Wörter haben eine wichtige Bedeutung für die Zellen und spezifizieren Baupläne für Produkte, die in den Zellen gebildet werden müssen. Ein Fehler in einem Wort kann den Bauplan unleserlich machen und die Zellen bilden entweder gar kein Produkt oder ein fehlerhaftes Produkt. Solche Fehler in den Bauplänen bzw. Genen bezeichnet man als Mutationen.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Mutationen, dominante und rezessive. Jede Körperzelle (mit Ausnahme von Spermien und Eizellen) hat zwei Kopien von jedem Gen, eine vom Vater und eine von der Mutter. Eine dominante Mutation bewirkt, dass das Individuum bereits ein Merkmal ausprägt, wenn eine Genkopie mutiert ist. Eine rezessive Mutation führt erst dann zu einer Erbkrankheit oder einem anderen erblichen Merkmal, wenn beide Genkopien die Mutation tragen. Viele Erbkrankheiten von Hunden haben einen einfachen oder monogenen Erbgang, sie werden nur durch ein einziges Gen kontrolliert. Andere Erbkrankheiten werden durch Veränderungen in mehreren Genen kontrolliert, hier wird der Erbgang als polygen bezeichnet. Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf Probleme, Immunerkrankungen oder Epilepsie werden polygen vererbt. Viele polygene Erkrankungen werden auch durch Umweltfaktoren beeinflusst. Die meisten Erkrankungen, die im LUPA-Projekt untersucht werden, gehören in diese letzte Kategorie.
Gentests (DNA-Tests)
Falls die ursächliche Mutation für eine Erbkrankheit bekannt ist, kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Der Abschnitt eines Gens, der die Mutation enthält, kann im Labor mit der sogenannten PCR (Polymerase-Kettenreaktion) stark angereichert werden. Damit lässt sich die betreffende Stelle der Erbsubstanz von einer kleinen Menge Probenmaterial gewinnen und die DNA kann untersucht werden. Proben für Gentests können aus verschiedenen Geweben des Körpers gewonnen werden. Am einfachsten ist die Probengewinnung in Form einer kleinen Blutprobe oder eines Mundschleimhautabstrichs.
Eine zweite Möglichkeit der Gentests sind die indirekten Gentests. Dabei werden DNA-Marker untersucht, die in der Nähe der ursächlichen Mutationen im Genom liegen und in der Regel zusammen mit der Mutation weiterverbt werden. Je näher der getestete DNA-Marker zur ursächlichen Mutation liegt, desto sicherer ist der Gentest.
Was bringt die Zukunft?
Die Entwicklung von Gentests ist Gegenstand intensiver Forschungsarbeiten. Das Ziel dieses europäischen Forschungsprojekts ist das Aufspüren spezifischer Genomregionen, die mit polygen vererbten Krankheiten beim Hund assoziiert sind. Dadurch werden sich Gentests für gezielte Zuchtprogramme zur Vermeidung genetisch bedingter Krankheiten entwickeln lassen. Im weiteren Verlauf der Arbeiten wollen wir die ursächlichen Mutationen für bestimmte Erkrankungen identifizieren und erforschen, ob ähnliche Mutationen auch beim Menschen existieren und für ähnliche Erkrankungen beim Menschen verantwortlich sind.
Kontakt: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it
Liste der Rassen im LUPA-Projekt
Liste der Krankheiten im LUPA-Projekt
Last Updated Tuesday, 04 November 2008 22:08
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